Büro-Volution

Wie dein Bürojob deine Lebenserwartung verkürzt und was du aktiv dagegen tun kannst.

Withings, part of Nokia

Anders als noch vor ein paar hundert Jahren, sind wir Menschen heutzutage aus rein wirtschaftlicher Sicht nicht mehr auf Bewegung und sportliche Betätigung angewiesen. Wo noch vor wenigen Jahrzehnten die körperliche Fitness über Leben und Tod entschied, sind Fähigkeiten wie Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit heutzutage eher optional geworden. Früher waren wir in Bewegung und haben unseren Körper regelmäßig benutzt

um unser Überleben zusichern. Dies ist jedoch in unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr notwenig.

Angekommen im Jahre 2017, 2 Jahre nachdem Martin Mc Fly in dem Blockbuster "Zurück in die Zukunft" gelandet ist, um auf einem rollenlosen Skateboard durch die Gegend zu schweben, sitzen wir durchschnittlich 8-14 Stunden. Wir stehen auf, setzten uns ins Auto, sitzen 8 Stunden lang vor dem Computer, fahren im Anschluss nach Hause, gucken fern. Die meisten von uns tun dies eher im Sitzen als im Stehen. Im Anschluss legen wir uns wieder ins Bett, um dort weitere (wenn überhaupt) 6 bis 8 Stunden zu schlafen.

Auch haben wir Menschen unsere Umgebung über die Jahre so gestaltet, dass wir uns gar nicht mehr bewegen müssen. Selbst in Situationen, in denen wir unseren Körper gebrauchen könnten, schlägt die technische Revolution in From von Fahrstühlen und Rolltreppen  gnadenlos zu. Ursprünglich dazu gedacht unser Leben zu vereinfachen, führen diese Erfindungen langfristig meiner Meinung nach eher genau zum Gegenteil. Wir sollen schnell von A nach B kommen, damit wir mehr arbeiten können und weniger Zeit auf dem Arbeitsweg „verschwenden“. Auf das Thema Treppen steigen komme ich später noch einmal zu sprechen. 

 

 

Die Folgen dieser Revolution sind nicht sofort spürbar. Ich vergleiche sie gern mit dem Rauchen von Zigaretten. Jeder Erwachsene weiß, dass rauchen schädlich ist, welche gesundheitlichen Folgen daraus entstehen, tut es aber trotzdem. Würde man sich nach jeder Zigarette die Lunge aus dem Hals husten, wie bei einer Lungenentzündung, würden sich die meisten Menschen 3 mal überlegen ob sie ihre Zeit, ihr Geld und ihre Gesundheit dafür vergeuden wollen. Aber das ist ein anderes Thema.

 

 

Chris Tanner -Porter Square Escalator - Somerville, MA

Genau so schleichend verhält es sich mit einem bewegungsarmen Alltag, der von stundenlangem Sitzen am Schreibtisch geprägt ist. Es entsteht nicht nur ein akuter Mangel an Bewegung, sondern vielmehr eine schleichende Anpassung unseres gesamten Bewegungsapparates an diesen Zustand.

 

Man könnte diesen Anpassungsprozess natürlich auch umgekehrt interpretieren. Wir haben es schon einmal geschafft uns an die Aufrechte Körperhaltung anzupassen, dann schaffen wir das Gleiche auch mit dem Sitzen. Nur leider verweilen die Meisten von uns durchschnittlich 90 Jahre auf dieser Erde und die Wenigsten haben innerhalb dieser Zeit eine komplette Evolution durchlebt. Sie verstehe worauf ich hinaus will.

Der gesamte Bewegungsapparat verändert sich. Ich nenne die daraus entstehende Haltung liebevoll - die T-Rex Haltung. 

 

Auf dem Röntgenbild zu sehen: Der T-Rex

Vielleicht erkennen Sie sich oder einen Kollegen wieder? 

 

Dies hat zur Folge, dass sich die gesamte Statik des Körpers verschiebt und sowohl Muskeln als auch Faszien verkürzen, da sie nicht ausreichend bewegt bzw. gebraucht und gefordert werden. Rücken- Kopf- und Nackenschmerzen sind vorprogrammiert. Kurz um - der Körper ist im Alltag dauerhaft unterfordert. Wird er nun doch einmal in eine für ihn ungewohnte Postion gebracht oder außenplanmäßig belastet (z.B. Stift aufheben, Kiste von A nach B tragen), wird er kurzzeitig überfordert.

 

Da weder genügend Stützstrukturen in Form von Muskeln vorhanden sind, noch das richtige Bewegungsmuster zum Beispiel beim Heben schwerer Gegenstände beherrscht wird, meldet sich der Körper dementsprechend mit Schmerzen, Verspannungen und Verletzungen. Bewegung verursacht dann natürlich Schmerzen, wir verfallen in eine dauerhafte Schonhaltung und bewegen uns folge dessen eben noch weniger.

 

 

 

Der Umkehrschluss - Sport ist natürlich sofort Mord, der Teufelskreis schließt sich.

 

Was genau können Sie tun, um diesem Zustand aktiv entgegen zu wirken?

Bewegen Sie sich mehr.

Egal in welcher Form. Stehen Sie z.B. mindestens 1x pro

Stunde auf und Strecken sich intuitiv.

 

 

 

Lernen Sie richtig zu sitzen, stehen und sich zu bewegen. 

zum Beispiel das in die Hocke gehen, das Heben schwerer Gegenstände oder das Sitzen am Schreibtisch.

 

 

 

Verzichten Sie auf Rolltreppen und Fahrstühle. 

Nehmen Sie stattdessen selbstbewusst die Stufen.

 

 

  

Trinken Sie mehr Wasser. 

Denn es hält ihre Faszien geschmeidig. 

 

Getty Images/Uppercut

 

 

Optimieren Sie ihren Arbeitsplatz. 

Arbeiten Sie wenn möglich im Stehen.

 

 

 

Rollen Sie sich aus.

Organisieren Sie eine Blackroll fürs Büro oder für Zuhause. 

Link zum Produkt

 

 

 

Überfordern Sie Ihren Körper regelmäßig außerhalb des Büros - bauen Sie Muskeln auf!

      

Muskeln sorgen für Stabilität und haben unzählige gesundheitliche Vorteile. Bereits 1-3 mal wöchentliche körperliche Ertüchtigung in Form von Kraft-, Konditions-und Beweglichkeitstraining legen den Grundstein und wirken der oben genannten T-Rex Haltung aktiv entgegen. 

 

Sollten Sie gezielte Unterstützung dabei benötigen, schauen Sie auf meiner Webseite vorbei.

 Bewegung hat sowohl körperliche als auch mentale Auswirkungen auf unseren Organismus

Denken Sie immer daran, es ist Ihr Körper von dem Sie noch lange etwas haben möchten. Sie haben die Wahl.

 Also warten Sie nicht lange und sagen den Rolltreppen noch heute den Kampf an! 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3981549

Bildquellen:

http///www.theinertia.com/health/how-to-fix-bad-posture-and-surf-better-in-3-easy-steps/

https///www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3981549/

http///howtomanguide.com/2014/04/diet-fitness/how-to-move-more-at-a-desk-job/

http///well9to5.com/paleo-office/

http///www.theinertia.com/health/how-to-fix-bad-posture-and-surf-better-in-3-easy-steps/

https///www.flickr.com/photos/ct_ucla/6819985892

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Kommentare: 4
  • #1

    Maik (Montag, 27 März 2017 22:16)

    Danke Chis �

  • #2

    Sarah (Dienstag, 28 März 2017 06:38)

    ...sofort den Schreibtisch hoch gefahren und stehend deinen Blog gelesen ;)
    Sehr gut geschrieben!

  • #3

    Chris (Dienstag, 28 März 2017 09:34)

    Hey Sarah! Danke dir für deine Rückmeldung!

  • #4

    Henrik (Dienstag, 28 März 2017 11:28)

    Hey Chris,

    Top Artikel. Grüße aus dem Büroalltag in Berlin.
    Dein alter Kumpel Henrik